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Rollentausch in Sonthofen

21.01.2019

Sicherheitshalber wirft Julian noch einen Blick auf die Arbeit von „BBB-Praktikant“ Christian Wilhelm. Wie es aussieht, sind beide mit dem Ergebnis zufrieden!

Foto: moriprint

Sonthofen(mori). „Ich komme gerne zu Euch und schnuppere mal in Euren Arbeitsalltag hinein.“ Im vergangenen Sommer hatte Bürgermeister Christian Wilhelm beim Tag der offenen Tür in den Allgäuer Werkstätten (AW) Sonthofen dieses Versprechen gegeben. Jetzt in den ersten Tagen des neuen Jahres löste er sein Versprechen ein und arbeitete im Berufsbildungsbereich (BBB) unter anderem mit Julian zusammen.

Der junge Mann  Julian  ist bereits im zweiten Jahr in dem Trainings- und Schulungsbereich der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen tätig. Von ihm ließ sich der Rathauschef zeigen, wie man die entsprechende Gießform beim Kerzenmachen vorbereiten muss. Außerdem lernte Wilhelm bei der gemeinsamen Brotzeit auch noch einige andere Mitarbeiter im BBB kennen. „Ich bin wie ganz selbstverständlich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihrer Runde aufgenommen worden.“ Und natürlich sprach „AW-Praktikant“ Wilhelm seinen Arbeitskollegen auch eine Gegeneinladung aus: Ende Januar werden die BBB-ler Christian Wilhelm in seinem Büro im Rathaus besuchen. Hier „regiert“ der Politiker der Freien Wähler seit 2014.

Vor seiner Arbeitszeit mit Julian und den anderen im Berufsbildungsbereich hatten Geschäftsführer Michael Hauke, Werkstattleiterin Barbara Grözinger und Abteilungsleiter Markus Lüddemann „Rollentauschler“ Wilhelm ein wenig über die Einrichtung informiert. So wird der Berufsbildungsbereich beispielswei-se von der Bundesagentur für Arbeit finanziert, erst danach ist der Bezirk mit der Eingliederungshilfe zuständig.

Das Alter der Beschäftigten im BBB variiert, denn auch Quereinsteiger mit Erwerbsunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls kommen in den BBB. „Hier können die Mitarbeiter sich in den verschiedenen Arbeitsbereichen ausprobieren“, erklärte dazu Michael Hauke. „Für Julian geht es demnächst in die Schreinerei zum Testen“, so Markus Lüddemann.

Aktuell sind im BBB Sonthofen 12 Beschäftigte, sechs davon im ersten Jahr, sechs im zweiten Jahr. Insgesamt bleiben die BBB-ler 27 Monate, denn auch ein dreimona-tiges Eingliederungsverfahren gehört dazu. „Seit kurzem haben wir sogar einen ausgelagerten Arbeitsplatz in der Gemeinde Fischen. Auch das ist möglich“, informierte Barbara Grözinger. Außerdem erfolge inzwischen die Aufnahme das ganze Jahr über.

Für Bürgermeister Christian Wilhelm waren die Stunden im BBB eine interessante Erfahrung. „Das Arbeitsklima ist hier schon besonders. Mitarbeiter und Personal der Allgäuer Werkstätten arbeiten hier Hand in Hand. Die Stärken eines jeden einzelnen werden besonders gefördert.“ Er hofft jetzt, dass die BBB-ler von dem Besuch im Rathaus Sonthofen ebenso begeistert sein werden wie er es von seinem Kurzpraktikum im BBB war.

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