Interessiert an den Außenarbeitsplätzen

21.06.2021

Ein erster Besuch nach vielen Monaten in den Allgäuer Werkstätten. Dabei standen unter anderem die Außenarbeitsplätze im Mittelpunkt. Unser Foto entstand in der Schreinerei: v.l.n.r.  Lucas Reisacher (Kreisrat), Michael Hauke (Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten), Peter Christ (AW-Mitarbeiter), Mechthilde Wittmann (CSU Bundestagskandidatin), Max Hold (Betriebsleiter Zeppelinstraße 10) und Edgar Rölz (CSU- Bezirksrat, stellvertretender Bezirkstagspräsident und Verwaltungsratsmitglied der Allgäuer Werkstätten).

Foto: moriprint

Kempten/ Oberallgäu (mori). Der Schritt aus der Werkstatt auf den 1. Arbeitsplatz ist selten – aber möglich! Jeden Menschen mit Behinderung individuell zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern – das ist die Intention der Allgäuer Werkstätten GmbH. Ein Schwerpunkt ist die Vermittlung auf Außenarbeitsplätze. Aktuell sind es 35 ausgelagerte Arbeitsplätze in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern - angefangen von Servicekräften, über Fahrdienste, Montagearbeiten und Pflegeunterstützung   sind viele Branchen dabei. - Edgar Rölz, weiterer stellvertretender Bezirkstagspräsident und Verwaltungsratsmitglied der Allgäuer Werkstätten, sowie CSU-Bundestagskandidatin Mechthilde Wittmann und Kreisrat Lucas Reisacher ließen sich dazu jetzt von AW-Geschäftsführer Michael Hauke und seinen Mitarbeitern informieren.

Erste Station des Rundganges war Integratex in Dietmannsried. Das Pilotprojekt „INTEGRATEX“ der Allgäuer Werkstätten (60 Prozent Anteil) und der KDS Services für Gesundheit und Pflege (40 Prozent Anteil) ist bayernweit die erste Inklusionswäscherei überhaupt. Von den 17 Beschäftigten haben sieben einen Behindertenstatus. Außerdem „mischen“ sich unter die Arbeitskräfte sieben mit internationalen Wurzeln. „Das ist ein wirkliches Inklusionsprojekt“, erzählt Edgar Rölz. In seiner Funktion als Verwaltungsratsmit-glied seit Anfang des Jahres ist er auch im Aufsichtsrat von Integratex.

Mechthilde Wittmann zeigte sich beeindruckt von dem Miteinander, der Idee zu diesem Projekt – und dem großen Einzugsgebiet vom Allgäu über Ulm, Augsburg bis München. Von Claudia Speiser, Integratex-Betriebsleiterin, erfuhr sie auch, dass die Wäscherei für Wischbezüge und Mikrofasertücher aktuell gut ausgelastet ist.

Zu den Mitarbeitenden gehört beispielsweise eine Frau aus Mindelheim – sie fährt jeden Werktag in der Früh mit dem Zug von Daheim nach Memmingen, steigt hier in den Zug nach Dietmannsried und nimmt dann ihr Fahrrad, das sie dort am Bahnhof deponiert hat – und fährt zu Integratex an die Schlosserstraße 2. „Wir haben das Thema schon beim Bürgermeister angesprochen, es wäre schon sinnvoll, wenn es hier in der Nähe auch eine Bushaltestelle geben würde“, so Claudia Speiser. Vielleicht gebe es eine Möglichkeit über den geplanten Ringbus Altusried – Dietmannsried – Börwang gab sie den Politikern mit auf den Weg.

Zweite Station der Besuchsgruppe waren die Allgäuer Werkstätten mit Werkstatt, Schreinerei und den Tochtergesellschaften inJob Allgäu GmbH und Integrationsgesellschaft Allgäu mbH (IGA). Auch über die beiden letztgenannten Einrichtungen besteht die Chance für die Beschäftigten mit Handicap, sich auf einem Außenarbeitsplatz auszuprobieren. Bei inJob arbeiten ehemalige Langzeitarbeitslose mit Außenarbeitsplatzmitarbeitern der Allgäuer Werkstätten Hand in Hand.

Ähnlich ist es bei der IGA. Betriebsleiter Max Hold von der Zeppelinstraße 10 führte die Gruppe durch das Haus. „Langzeit-Arbeitslose tun sich bei der Wiedereingliederung oft schwer. Sie brauchen einen Rahmen. Den bieten wir – auch individuell zur möglichen Leistung.“ Mechthilde Wittmann zeigte sich begeistert: „Ich bin eine Verfechterin des Leistungsprinzips – und zwar individuell nach den Möglichkeiten eines jeden Einzelnen. Hier in der Werkstatt und in den Inklusionseinrichtungen haben die Menschen eine echte Chance und finden neben Arbeit auch die Anerkennung für ihre Leistung und Leistungsbereitschaft.“

Abschluss bildete dann ein Rundgang durch die Werkstatt Zeppelinstraße 5 mit Förderstätte, Montagegruppen, Arbeit-Plus-Gruppen und Berufsbildungsbereich. Prokurist Matthias Zimmermann informierte: „Auch hier schauen die hauptamtlichen Mitarbeiter genau auf die Fähigkeiten der einzelnen Frauen und Männer, können sich die Schulabgänger und Quereinsteiger im Berufsbildungsbereich nach ihren Fähigkeiten 27 Monate lang ausprobieren.“ Mechthilde Wittmann und Lucas Reisacher zeigten sich sehr beeindruckt von der vielfältigen Ausrichtung der Allgäuer Werkstätten.

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