Spendenübergabe - iPads für unterstützte Kommunikation

13.06.2022

Wie hilfreich die iPads für Kommunikation und Konzentrationsförderung in den Allgäuer Werkstätten eingesetzt werden können, davon konnten sich jetzt die beiden Spender Helmut Bayer (2.v.l.) und Csaba Jenei (r.) bei einer Demonstration überzeugen. Die beiden Gesellschafter der TAB Trockenbau Kempten hatten schon in der Vergangenheit immer wieder mit ihren Spenden nützliche Anschaffungen für die Beschäftigten mit Behinderung unterstützt. Mit im Bild auch Gabriele Menzinger (Assistenz Geschäftsführer, links), AW-Geschäftsführer Michael Hauke (3.v.l.) Fachbereichsleiter Klaus Ritter. Gruppenleiterin Stefanie Grabe und vorn am iPad Tobias Herb.

Foto: moriprint

 

 

Kempten (mori). Elektronische Medien sind in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Das ist auch in den Allgäuer Werkstätten so: Bisher mit drei Tablets – und Dank einer großzügigen Spende der TAB Trockenbau Kempten – ab sofort mit insgesamt 13 iPads können Kommunikation und Konzentration der Schwächsten unter den Beschäftigten mit Behinderung intensiv gefördert werden. Gleichzeitig bieten die eigens für die Werkstätten konfigurierten Tablets die Möglichkeit, in der Gruppe via Beamer einfach Gesten der Gebärdensprache zu üben, damit sich die Kolleginnen und Kollegen mit Behinderung in der Gruppe auch untereinander mit denen „unterhalten“ können, denen es an sprachlichen Fähigkeiten fehlt! „Durch den Einsatz der Tablets setzen wir die Förderung fort, die auch schon in den Schulen der Lebenshilfe Kempten und der Körperbehinderte Allgäu begonnen haben“, informierte AW-Geschäftsführer Michael Hauke.

8.000 € hatten die beiden Gesellschafter für die Anschaffung der weiteren 10 iPads freigegeben. Außerdem brauchte es eine ganz eigene Konfiguration mit integriertem „Talker“, der dem Nutzer/der Nutzerin eine Stimme gibt, wenn er/ sie entsprechende Tasten drückt: „Ich habe Durst.“ oder „Ich habe Kopfweh.“ sind zwei einfache Beispiele. Kann ein Nutzer/eine Nutzerin aufgrund einer Spastik die Tasten nicht selbst drücken, kommt der Gruppenleiter/ die Gruppenleiterin zur Hilfe. Mit einem Kopfnicken oder Kopfschütteln gibt der Mensch mit Behinderung dann seine Antwort.

Auf dem Tablet enthalten sind auch Konzentrationsspiele in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen wie Puzzle oder Rechenaufgaben. Auch gibt es Lieblingsfiguren, die man aufrufen kann, um mit ihnen zu sprechen. Das macht Tobias H. beispielsweise sehr gern. Im Arbeit Plus-Bereich nutzt er immer wieder mal das Tablet und die Gäste Bayer und Jenei staunten nicht schlecht, mit welcher Geschwindigkeit Tobias das Tablet bediente – und was für eine Freude er dabei hatte.

Gruppenleiterin Stefanie Grabe erläuterte den Spendern Helmut Bayer und Csaba Jenei noch, wie die Schulung mit den Gebärden-Videos funktioniert. Über einen Beamer werden kleine Videos mit den einzelnen Gebärden an die Wand geworfen und so dann von der ganzen Gruppe eingeübt.

Immerhin haben ca. 10 Prozent der insgesamt 650 Mitarbeiter mit Behinderung ein Sprachhandicap – und da sei es wertvoll, wenn man mit der einen oder anderen Geste mit den Sprachschwachen mal in Kontakt treten könne. Sie wusste auch: „Etwa 120 Gebärden sind schon eine gute Grundlage für die Verständigung. Und wir üben das in der Förderstätte, in der Arbeit Plus und im Berufsbildungsbereich immer wieder.“

Die Werkstattleiter mit den Sozialdiensten werden die iPads sinnvoll in den Häusern und Gruppen der AW verteilen. „Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten die Nutzung und die Effektivität dokumentieren und überprüfen, um dann zu überlegen, ob die Anschaffung weiterer Tablets sinnvoll sein wird“, meinte Ritter.

Bei der Demonstration sprach der AW-Geschäftsführer den beiden TAB-Trockenbau-Gesellschaftern nochmals ein herzliches Vergelt´s Gott für die großzügige finanzielle Unterstützung aus. Insgesamt haben die beiden Spender in den vergangenen Jahren schon über 50 000 € gespendet, um damit Menschen zu helfen, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, so Helmut Bayer. So unterstützten Jenei und Bayer bereits unter anderem die Anschaffung einer Therapieliege, einen Badelifter, einen Therapie-Spezialsessel, 2 Spezialräder, CO²-Ampeln.

Bayer ist übrigens auch im Spendenbeirat der Werkstätten vertreten und ist daher auf dem Laufenden, was die einzelnen Beschäftigten dringend brauchen. So wünscht sich die Förderstätte am Eggener Berg beispielsweise einen weiteren Therapie-Spezialsessel für die schwerst-mehrfachbe-hinderten Beschäftigten.

 

Zurück