Verabschiedung Klaus Meyer vom Verwaltungsrat

10.12.2020

Coronabedingt fand die Verabschiedung von Klaus Meyer nach 38 Jahren ehrenamtlicher Arbeit im Verwaltungsrat der Allgäuer Werkstätten nur im ganz kleinen Kreis statt. Unser Foto zeigt (von links): AW-Geschäftsführer Michael Hauke, Klaus Meyer und Bernhard Schmidt (1. Vorsitzender der Lebenshilfe Kempten und AW-Verwaltungsratsvorsitzender).

Foto: AW/G. Menzinger

Kempten (mori). Ein Urgestein nimmt Abschied: Nach 38 Jahren im Verwaltungsrat der Allgäuer Werkstätten wurde Klaus Meyer, Ehrenvorsitzender der Lebenshilfe Kempten und knapp zwei Jahrzehnte stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Lebenshilfe Bayern als Verwaltungsratsmitglied und wechselweise Vorsitzender im Verwaltungsrat der AW im Rahmen der letzten Sitzung des Verwaltungsrates für 2020 verabschiedet. Sein Leben war und ist eng verbunden mit dem ehrenamtlichen Engagement für Menschen mit Behinderung – und das mit viel Herzblut: „Der Abschied fällt mir schwer. Es ist aber die richtige Entscheidung“, meinte Klaus Meyer bei der Sitzung.

Aktuell ist Meyer noch im Kuratorium der Bayerischen Rumänienhilfe ehrenamtlich engagiert. In den vergangenen Jahren hat er die Verbundenheit zu Pastraveni und den anderen Orten stets auch zur Weihnachtszeit persönlich durch einen Besuch gesucht. Das muss in diesem Jahr coronabedingt leider ausfallen.

Wie kein anderer und so lange wie kein anderer hat der 77jährige die Geschicke der Werkstatt für Menschen mit Behinderung mitgeprägt, Spuren hinterlassen. „38 Jahre lang warst Du immer ein verlässlicher Ansprechpartner. Jetzt geht eine Ära zu Ende“, wertschätzte Geschäftsführer Michael Hauke. Er bescheinigte ihm einen unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Menschen mit Behinderung, Kompetenz, eine gute Vernetzung in unterschiedliche politische und fachliche Gremien hinein. Für den Verwaltungsrat sprach Bernhard Schmidt (1.Vorsitzender der Lebenshilfe Kempten) als aktueller Verwaltungsratsvorsitzender Klaus Meyer seinen Dank aus: „Ich bin mir sicher, dass Dein Wirken allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben wird. Mit Deiner Arbeit hast Du die Entwicklung der AW prägend mitbestimmt und dazu beigetragen, dass wir heute auf diese Einrichtung stolz sein dürfen, da sie ihrem eigentlichen Ziel - zum Wohle der uns anvertrauten Menschen mit Behinderung tätig zu sein - sicherlich entspricht.“ Schmidt: „Du hast den Zeitpunkt für die Beendigung der Mitarbeit im Verwaltungsrat selbst gewählt, um den Weg frei zu machen für den Aufbau eines neuen Verwaltungsrates mit geänderter personeller Struktur.“ Das verdiene hohe Respekt.
„Die Verbundenheit mit der Werkstatt und mit den Menschen wird bleiben“, versprach der 77jährige. Immerhin: Für die Menschen in den Werkstätten hat Klaus Meyer noch eine ganz andere Bedeutung. Es ist „ihr Klaus“. Noch heute ist es so, dass es kaum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit und ohne Behinderung gibt, die ihn nicht kennen. Noch bemerkenswerter: er spricht beinahe jeden mit seinem Namen an! Und wer etwas über die Allgäuer Werkstätten oder die Lebenshilfe Kempten wissen möchte, Klaus Meyer hat seine ganz eigene „Enzyklopädie“ erstellt!

Sein Engagement als Vorsitzender der Lebenshilfe Kempten brachte ihn mit der Entwicklung der Allgäuer Werkstätten auch in diese Einrichtung hinein. Diese bekam 1982 durch die Schaffung des Verwaltungsrates noch Bedeutung in der Gesellschaft. Die Zuständigkeit und die Aufgaben des Verwaltungs-rates sind bis heute noch gültig. „Seine Aufgabe war und ist es, den Geschäftsführer zu beraten und auch zu kontrollieren“, erinnert sich Meyer. „Der Verwaltungsrat ist also das Kontrollorgan der GmbH.“ Somit übernimmt der Verwaltungsrat – bestehend aus zwei ehrenamtlichen Vertretern der Lebenshilfe südlicher Landkreis Oberallgäu und zwei ehrenamtlichen Vertretern der Lebenshilfe Kempten – auch eine große Verantwortung. Ohne die Zustimmung des Verwaltungsrates kann der Geschäftsführer beispiels-weise keine größeren Investitionen tätigen.

38 Jahre hat Klaus Meyer zusammen mit einigen wechselnden Kollegen aus Kempten und dem Oberallgäu kontinuierlich an einer guten Zukunft für die Allgäuer Werkstätten im Verwaltungsrat gearbeitet. Jetzt gibt es einen generellen strukturellen Wechsel im Verwaltungsrat: Für Klaus Meyer wird Waltraud Bickel (stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Kempten) neben Bernhard Schmidt (1. Vorsitzender der Lebenshilfe Kempten) im Verwaltungsrat mitarbeiten. Für Joachim Wawersich und Herbert Hames (beide inzwischen Ehren-vorstände der Lebenshilfe südlicher Landkreis Oberallgäu) haben bereits seit Mitte des Jahres Edgar Rölz (1. Vorsitzender der Lebenshilfe südlicher Landkreis Oberallgäu) und Thorsten Pülm (Vorstandsmitglied in der Lebenshilfe südlicher Landkreis Oberallgäu) die Arbeit im Verwaltungsrat übernommen.

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